Ziele
„Kärnten zum gesündesten Bundesland Österreich machen“
So lautet das Ziel von Kärntens Gesundheits- und Krankenanstaltenreferent LHStv. Peter Kaiser.
Um dieses Ziel zu erreichen, ist eine Vielzahl von Maßnahmen und frei zugänglichen Angeboten für die Bevölkerung ebenso notwendig, wie das Bewusstsein, dass jede und jeder einzelne die Verantwortung für die eigene Gesundheit selbst in der Hand hat. Das bedeutet auch, dass Gesundheit nicht nur Aufgabe des Gesundheitsreferenten sondern eine referatsmäßig übergreifende Materie ist. Denn auch die Bereiche Bildung, Wirtschaft, Soziales oder Umwelt beeinflussen den Gesundheitszustand der Bevölkerung.
Dazu braucht eine gemeinsame Strategie, die auf alle Bundesländer angewendet werden kann. Mit den zehn in der Bundesgesundheitskommission einstimmig beschlossenen Gesamtzielen, wurde bereits ein wichtiger Schritt gesetzt:
1. Gesundheitsförderliche Lebens- und Arbeitsbedingungen für alle Bevölkerungsgruppen durch Kooperation aller Politik- und Gesellschaftsbereiche.
2. Für gesundheitliche Chancengerechtigkeit zwischen den Geschlechtern und sozioökonomischen Gruppen, unabhängig von der Herkunft, für alle Altersgruppen sorgen.
3. Die Gesundheitskompetenz der Bevölkerung stärken.
4. Die natürlichen Lebensgrundlagen wie Luft, Wasser und Boden sowie alle unsere Lebensräume auch für künftige Generationen nachhaltig gestalten und sichern.
5. Durch sozialen Zusammenhalt die Gesundheit stärken.
6. Gesundes Aufwachsen für alle Kinder und Jugendlichen bestmöglich gestalten und unterstützen.
7. Gesunde Ernährung mit qualitativ hochwertigen Lebensmitteln für alle zugänglich machen.
8. Gesunde und sichere Bewegung im Alltag durch die entsprechende Gestaltung der Lebenswelten fördern.
9. Psychosoziale Gesundheit bei allen Bevölkerungsgruppen fördern.
10. Qualitativ hochstehende und effiziente Gesundheitsversorgung für alle nachhaltig sicherstellen.
Erklärtes und übergeordnetes Ziel ist die nachhaltige Sicherung einer qualitätsvollen Gesundheitsversorgung, die durch die öffentliche Hand gewährleistet wird. Wenn wir uns in Kärntens Nachbarländern oder allgemein in Europa umsehen, so ist die Gesundheitspolitik vielfach zur Sparpolitik geworden. Wir in Österreich stellen hingegen eine qualitätsvolle Gesundheitsversorgung sicher und schaffen auch für alle Menschen die in Österreich leben einen offenen Zugang zu diesen Angeboten.
Um den Gesundheitszustand der Kärntnerinnen und Kärntner weiter zu verbessern, liegt ein Hauptaugenmerk auf dem weiteren Ausbau an Angeboten zur Gesundheitsvorsorge. Gemeinsam mit der Sicherung der besten, frei zugänglichen Gesundheitsversorgung für alle in Kärnten lebenden Menschen, unabhängig von ihrer sozialen oder ethnischen Herkunft und egal wie dick die Brieftasche ist, bildet die Gesundheitsprävention die Basis für eine umfassende Gesundheits-Fürsorge.
Ich spreche bewusst von Gesundheits-Fürsorge, weil ich davon überzeugt bin, dass wir uns in unserer solidarischen Gemeinschaft um die Gesundheit der Menschen kümmern müssen.
Verstärktes Hauptaugenmerk soll auf die Erhaltung der Gesundheit also auf die Gesundheitsvorsorge gelegt werden. Die Kärntnerinnen und Kärntner freuen sich zwar über eine immer höhere Lebenserwartung, die durchschnittlich bei 80 Jahren liegt. Allerdings werden davon mehr als 20 Jahre von körperlichen und oder seelischen Beschwerden begleitet, was wiederum viele kostenintensive Spitals- und Arztbesuche sowie negative Auswirkungen auf die Volkswirtschaft zur Folge hat. Durch gezielte Maßnahmen und Angebote – als Beispiel hierfür gilt die Initiative „Gesunde Gemeinde“, der sich bereits über 100 Kärntner Gemeinden angeschlossen haben - soll einerseits das Bewusstsein der Menschen, selbst die Verantwortung für die eigene Gesundheit zu übernehmen, weiter gesteigert werden. Gleichzeitig könnte so einen deutliche Kostenentlastung der Spitäler erreicht werden. Im Krankheitsfall muss aber jedenfalls die beste Versorgung durch ausreichend zur Verfügung gestellte, bestens ausgebildete Mitarbeiter und ein leistungsabgestimmtes kooperierendes Netzwerk aus Krankenhäusern und niedergelassenen Ärzten gewährleistet sein.
Ich bekenne mich ganz klar dazu, dass bei der Verwendung der Beiträge der Steuerzahlerinnen und Steuerzahler, die solidarisch organisierte Gesundheitsversorgung oberste Priorität hat. Selbstverständlich ist auch für mich ein sinnvoller Mitteleinsatz wichtig. Sparen auf Kosten von Patientinnen und Patienten sowie der diese Menschen betreuenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiterinnen lehne ich jedoch entschieden ab.
Eine besondere Bedeutung kommt dabei, dem unter meiner Verantwortung ausgearbeiteten und einstimmig beschlossenen Regionalen Strukturplan Gesundheit (RSG) zu mit dem wir die beste Versorgung der Patientinnen und Patienten und die dafür notwendigen Rahmenbedingungen in unseren Spitälern sichern. Mit dem RSG haben wir die Weichen für die beste Gesundheitsversorgung in Zukunft gestellt und damit alle Spitalsstandorte in Kärnten langfristig abgesichert.
Durch die vom RSG gesteuerte Schwerpunktsetzung bei den Landeskrankenhäusern sind die einzelnen Standorte flächendeckend abgesichert. „Der RSG garantiert den Erhalt der regionalen und dezentralen Versorgung, Schwerpunktsetzungen sowie Qualitätssteigerungen. Damit schützen wir die Kärntner Bevölkerung vor Einschnitten im Gesundheitswesen.
Hervorzuheben ist in dem Zusammenhang auch, die auf meine Initiative hin erreichte politische Außer-Streit-Stellung des Gesundheitswesens in Kärnten. Damit ist es mir gelungen, den mit dem hinter meinem Rücken beschlossenen KABEG-Gesetz eingeschlagenen gesundheitspolitischen Irrweg zu verlassen und auf den einzig verantwortungsbewussten und richtigen Weg zurückzukehren. Einen Weg, der den Menschen in Kärnten, sowohl den Patientinnen und Patienten, als auch den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in unseren Spitälern, das Vertrauen in eine Gesundheitspolitik zurückgibt, die ihre Anliegen und Bedürfnisse, das gesundheitliche Wohl, in den Vordergrund, vor ökonomische und parteipolitische Interessen stellt.
Ich bin unumstößlich davon überzeugt, dass der Gesundheit aller in Kärnten lebenden Menschen höchste Priorität einzuräumen sei. Es freut mich, dass alle Landtagsparteien erkannt haben, dass die Gesundheitsversorgung viel zu wichtig ist und sich nicht für parteipolitische Machtspielchen eignen. Ich werde mit den zurück erhaltenen Kompetenzen alles daran setzen, diesen Weg im Interesse der Bevölkerung konsequent weiter zu gehen.
Die wesentlichsten Punkte der beschlossenen „Gesundheitscharta“:
- die Rücküberführung der referatsmäßigen Zuständigkeit zum Gesundheits- und Krankenanstaltenreferenten inklusive der Vorsitze im Gesundheitsfonds und der Gesundheitsplattform
- die schnellstmögliche Personalaufstockung in den KABEG-Häusern um 50 diplomierte Pflegefachkräfte und 20 Ärztinnen und Ärzte,
- dass der KABEG-Aufsichtsrat als höchstes Entscheidungsgremium reaktiviert und mit den drei zuständigen Regierungsmitgliedern (Gesundheits- und Krankenanstaltenreferent, Finanzreferent, Sozialreferent), je einem von den Landtagsparteien zu benennenden Vertreter, je einem Vertreter der Regierungsparteien sowie 5 Arbeitnehmervertretern besetzt wird
- die Umfunktionierung der Expertenkommission zu einem Beirat,
- die Wiedereinführung des Fachbeirates für Qualität
- die Wiedereinführung der kollegialen und gleichberechtigten Führung der KABEG-Häuser womit verhindert wird, dass wirtschaftliche Aspekte über medizinisch-pflegerische gestellt werden,
- die Wiedereinführung der Krankenanstaltenkonferenz, um geäußerten Anliegen und Problemen der einzelnen LKHs stärkere Bedeutung zuzumessen
- die Fortsetzung der Leistungsangebotsplanung (Leistungen der Häuser werden so aufeinander abgestimmt, dass alle Standorte durch „Spezialisierungen“ abgesichert sind)
- die Einführung alternativer Versorgungsformen im extramuralen Bereich (z.B. Einrichtung von Gruppenpraxen)
- ein genauer und bis zum Jahr 2016 festgelgter Finanzplan über die Rahmenbedingungen für eine positive Weiterentwicklung des Kärntner Gesundheitsversorgungssystems
- die Forcierung von Aktivitäten im Bereich der Gesundheitsvorsorge
Zusätzlich wurde ein eigener Kommunikationsausschuss bestehend aus dem Gesundheits- und Krankenanstaltenreferenten, dem Finanzreferenten, dem KABEG-Aufsichtsratsvorsitzenden und dem Zentralbetriebsrat eingesetzt, der dann einzuberufen ist, wenn es unterschiedliche Meinungen und Auffassungsunterschiede in Fragen die Gesundheitspolitik betreffend gibt.
Zur zukünftigen Finanzierung des Gesundheitssystems braucht es neue Wege und kreative Lösungen. Ein Vorschlag von mir sieht beispielsweise vor, dass in jedem Krankenhaus auch einer Hausarztpraxis eingerichtet werden soll. Denn, die hohen Spitalskosten liegen auch zu einem Gutteil darin begründet, dass viele Patientinnen und Patienten den Weg ins Krankenhaus einem Hausarztbesuch vorziehen. Mit einem direkt im Krankenhaus installierten niedergelassenen Arzt für all jene Patienten, die keine stationäre Behandlung benötigen, könnten diese Kosten bei gleichbleibender Qualität eingedämmt werden.
Kärnten hat sich durch die vorausschauende Gesundheitspolitik der letzten Jahre und Jahrzehnte eine gute Ausgangsposition für ein auch in Zukunft frei zugängliches Gesundheitsversorgungssystem geschaffen. Als Beispiele dafür sind unter anderen die im Gegensatz zu allen anderen Bundesländern sinkende und mittlerweile im österreichweiten Durchschnitt liegende Krankenhaushäufigkeit, die Kosten pro Belagstag, die in Kärnten mit 652 Euro am drittgünstigsten seien und deutlich unter dem Österreichschnitt von 732 Euro liegen sowie die konstant hohe Patientenzufriedenheit zu nennen.
Wir haben die Herausforderungen der Zukunft rechtzeitig erkannt und durch intelligente, soziale Spitalspolitik Kärnten zukunftsfit gemacht.
